Content Management in der Cloud

 

Content-Management-Systeme (CMS) bilden das Rückgrat moderner, professioneller Webapplikationen. Sie erlauben es, Webseiten und dazugehörige Inhalte auf einfache Art und Weise zu bearbeiten, zu strukturieren und zielgerichtet zu publizieren. Da CMS und die darin verwalteten Inhalte in der Regel öffentlich zugänglich und weltweit abrufbar sind, ist diese Art von System für den Einsatz von Cloud-Technologien prädestiniert.

 

Cloud Computing erhöht die Flexibilität im Umgang mit Softwaresystemen und bietet ein vielseitiges Angebot mit unzähligen Möglichkeiten. Unter diesen Gegebenheiten ist nicht nur ausschliesslich die Wahl des richtigen CMS anhand von funktionalen Kriterien entscheidend, sondern auch die Art und Weise wie und wo Letzteres betrieben wird. Im Folgenden stellen wir drei Varianten für den Einsatz von CMS in der Cloud vor und gehen näher auf die Vor- und Nachteile ein.

 

CMS Varianten

Content-Management-Angebote zur Verwaltung und Veröffentlichung von Inhalten gibt es für jede der drei Arten von Cloud-Diensten. Diese unterscheiden sich allerdings stark im Funktionsumfang und bieten differenzierte Eigenschaften bezüglich Verfügbarkeit und Skalierbarkeit.

Out-of-the-Box CMS SaaS

bezeichnet Dienste, welche den direkten Zugang zu einer simplen vorkonfigurierten CMS-Installation gewähren. Benutzer können sich bei einem Anbieter registrieren und erhalten in der Regel sofort Zugriff auf eine einfache Lösung, um Inhalte zu veröffentlichen. Dieser Software-as-a-Service-Ansatz ermöglicht einen einfachen Einstieg ins Content Management, da der Aufwand für Installation und Betrieb entfällt und in kurzer Zeit Ergebnisse produziert werden können.

 

Diese Variante hat jedoch auch entscheidende Nachteile. Der Benutzer erhält keine Garantien betreffend Verfügbarkeit und Skalierbarkeit und ist diesbezüglich vom Anbieter abhängig. Betrieb und Daten sind im Allgemeinen verborgen und ausserhalb des Kontrollbereichs des Benutzers. Hinzu kommt, dass die meisten Lösungen in dieser Kategorie nicht beliebig konfigurierbar und die gestalterischen Möglichkeiten begrenzt sind.

 

Der Funktionsumfang variiert von Anbieter zu Anbieter. Zum Beispiel ermöglicht die Blog-Plattform wordpress.com (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Software) durch entsprechende Plugins zusätzliche Funktionen und Anpassungen vorzunehmen, welche weit über reine Blogfunktionen hinausgehen. Es können zum Beispiel News- bzw. Informationsseiten umgesetzt werden. Andere Anbieter (z.B. Tumblr) sind in den Möglichkeiten des Customizings stärker begrenzt. Aus diesen Beispielen wird klar, dass die Out-of-the-Box-CMS-Variante prinzipiell eher für kleine Webprojekte, Prototypen oder Webseiten mit strengen Time-To-Market Anforderungen geeignet ist.

Managed CMS PaaS

bezeichnet vollwertige Content-Management-Lösungen, deren Betrieb durch einen Cloud-Anbieter überwacht und kontrolliert wird. Vergleichbar mit der vorherigen Variante muss sich der Benutzer weder um Installation noch um den Betrieb kümmern. Im Unterschied zu klassischen Hosting-Angeboten erlauben Cloud-Anbieter, benötigte Kapazitäten dynamisch zusammenzustellen und garantieren eine bessere Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Unter Umständen können Benutzer selbst entscheiden auf welchen und wie vielen Servern bzw. Datenbanken das CMS laufen soll.

 

Bei dieser Variante steht die vollständige Funktionalität des CMS zur Verfügung. Die komplette Freiheit bzgl. Design- und Inhaltsgestaltung ermöglicht die Umsetzung von individuellen und professionellen Webseiten mit beliebigen Funktionen. Nichtsdestotrotz ist der Benutzer auf die Systeme beschränkt, welche von den Cloud-Anbietern angeboten werden. Die Angebote sind jedoch vielfältig. Rackspace Cloud Sites offeriert zum Beispiel Lösungen für die CMS Joomla, Drupal und DotNetNuke. Der in Deutschland und der Schweiz aktive Plattformanbieter Jelastic ermöglicht unter anderem den Einsatz von CMS wie Typo3 oder Magnolia. Microsoft Sitecore Azure ist ein weiteres Beispiel, welches wir in den Anwendungsbeispielen betrachten werden.

 

Managed CMS sind eine intelligente Alternative, sofern keine eigene IT-Infrastruktur vorhanden ist oder eine professionelle Webapplikation extern mit überschaubaren Kosten betrieben werden soll.

Full-Fledged CMS IaaS

bezeichnet den selbständigen Betrieb eines ausgewählten CMS. In dieser Variante werden virtuelle Maschinen, Server und Datenbanken innerhalb einer Public oder Private Cloud erworben und eingesetzt, um das CMS zu betreiben. Da die eingesetzten Server speziell an die Anforderungen des entsprechenden CMS angepasst werden können, ist es möglich, ein beliebiges CMS einzusetzen. Der Benutzer hat ausserdem die komplette Kontrolle über die eingesetzten Ressourcen, die verwendete Konfiguration und den Ort der gespeicherten Daten.

 

Mehr Kontrolle bedeutet allerdings auch mehr Aufwand. Die Installation bzw. die Inbetriebnahme muss selbstständig durchgeführt werden. Zusätzlich ist der Benutzer selbst für den Betrieb verantwortlich. Ein kontinuierliches Monitoring ist empfehlenswert, um mögliche Ausfälle (z.B. Software oder VM-Crash) schnell beheben zu können. Dieser Aufwand ist ein zusätzlicher Kostenaspekt, der zu berücksichtigen ist. Full-Fledged CMS bilden die mächtigste Lösung für den Einsatz von CMS in der Cloud. Sie ermöglichen sowohl das System als auch die eingesetzte Infrastruktur individuell an die Bedürfnisse anzupassen und sind daher für kritische und sensitive Webseiten am besten geeignet.

 

Quelle: Loesing ETH Zürich

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